Buchempfehlungen im Chursdorfer Lesekreis am 15.11.2018

„Meine Sommerlektüre“

„Welchen Leser ich wünsche? Den unbefangensten, der mich, sich und die Welt vergisst und in dem Buche nur lebt“, meinte Goethe. Zum Glück gibt es auch im digitalen Zeitalter noch Leser, die nicht nur lesen, sondern bereit sind, ihre Meinungen über Gelesenes auszutauschen. Solche „Leseratten“ trafen sich am 15. November 2018 im Klubraum des Kulturbundes Schleiz zu einem Literaturabend unter dem Motto “Meine Sommerlektüre“. Eingeladen hatte der „Chursdorfer Lesekreis“, den Martina Tanz und Romy Sattler vor vielen Jahren gründeten. Martina Tanz und Heide Richter hatten den Literaturabend im Kulturbund sorgfältig vorbereitet. Fast jeder Gast, der sich unter dem Dach der Alten Münze in Schleiz einfand, hatte mehrere Bücher im Gepäck, sodass der große Tisch im Klubraum vor Leseanregungen strotzte.

Martina Tanz zitierte in ihren einleitenden Worten den Autor Vladimir Kaminer: „Ich habe schon immer große Erwartungen an Literatur. Ein richtiges Buch muss einschlagen wie der Blitz“. Gisela Krösel stellte das Buch „Unter Leuten“ von Juli Zeh vor. „Das ist endlich ein Roman, der die Zeit widerspiegelt“, sagte sie. Die Autorin sei eine Persönlichkeit, die ihre Zuhörer schon von ihrem Äußerlichen sehr beeindrucke. „Ich habe sie erlebt. So wie sie aussieht, schreibt sie: klar und deutlich, aber auch einfühlsam. Das Buch kann man Lesern empfehlen, die gesellschaftlich interessiert sind“. Das Porträt eines ostdeutschen Dorfes in Brandenburg lese sich hochspannend wie ein Krimi, so Krösel. Es handelt von schrulligen Originalen, von Nachbarschaftsgeschichten, Windparkstorys, Alteingesessenen, Wendegewinnern und Wendeverlierern, sowie neu aufgetauchten Berlinern, die in jedes Fettnäpfchen treten. war von der Moßbacherin zu erfahren. „Auch die Sprache von Juli Zeh hat mich beeindruckt“, sagte sie.

Heide Richter stellte unter anderem das Buch „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen vor. Es handelt von einem heimeligen Dorf, in dem Jung und Alt gut zusammenstehen. „Das Leben läuft gut. Aber mit den Landvermessern werden die Straßen begradigt, die Hecken verschwinden. Es gibt keine Vögel mehr, die Schulen sind weg, das Lachen ist weg und der Dorfkrug steht vor der Schließung“, erklärte Heide Richter zu diesem Werk von Dörte Hansen. Plattdeutsche Einwürfe würden das Buch zudem auszeichnen, meinte sie.

„Durch das Buch „Das Mädchen, das in der Metro las“ von Christine Feret-Fleury“ hab ich mich gequält“, sagte Juergen K. Klimpke. Grund sei der außergewöhnliche Schreibstil gewesen mit sehr langen Sätzen. Die Geschichte jedoch habe ihn dazu gebracht, weiter zu lesen. Martina Tanz gab Einblicke in das Buch „Charlotte“ von David Foenkinos, das sich wiederum durch sehr kurze Sätze auszeichnet.

Für eine humorvolle Wendung des Abends sorgte Georg Bachmann. Er trug eigene Texte vor. Kurze satirische Betrachtungen über Alltagsprobleme ließen die Bücherfreunde durchgehend schmunzeln und lachen. Unmöglich alle Beiträge dieses Abends zu nennen. Jedenfalls entspann sich eine lebhafte Diskussion, unterschiedliche aber auch ähnliche Meinungen über Gelesenes wurden ausgetauscht. Jeder ging am Ende nach nach Hause mit Anregungen zum Lesen und dem guten Gefühl, das sich bei und nach sinnvollen Diskussionen meistens einstellt.

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